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Ausgabe: August 2017


Liebe Mitglieder
Was machen eigentlich ausgebildete Mediatorinnen und Mediatoren, wie üben sie ihren Beruf aus, wieviele Mediationen führen sie durch? Die deutsche Bundesregierung wollte es genauer wissen und liess die Fachpersonen in unserem Nachbarland befragen. Die Resultate sind, ehrlich gesagt, ein wenig durchwachsen. Auch in der Schweiz hat die Medaille zwei Seiten: Zwar ist das Interesse an Mediation unverändert gross. Tatsächlich aber sind auch die Bedenken bei möglichen Auftraggebern nicht wegzudiskutieren. Mediiert wird weit weniger, als es nötig und wünschbar wäre. Mit den Gründen dafür sollten wir uns auseinandersetzen. Als Grundlage dafür könnten die Ergebnisse der Umfrage dienen (und eines Pendants aus der Schweiz vom letzten Jahr), auf die wir in diesem Newsletter verweisen. Das Mediationsforum bleibt dran, wie es so schön heisst... 
Für den Vorstand des Mediationsforums:
Stephan Burkart und Cindy Weishaupt

In dieser Ausgabe


Umfrage zum Stand der Mediation in Deutschland
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Eigen-Marketing: Wie verkaufe ich mich selbst?
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Gerichtsurteil: Mediator und Anwalt nicht im gleichen Büro
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Mediation im Tierschutz: Bund ohne Übersicht
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Rolle von Frauen in der Friedensmediation stärken
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Zielkonflikt: Wenn die Uhr läuft
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Krise um Katar ein wenig entschärft
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Weiterbildung & Veranstaltungen
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In eigener Sache: Mitglieder werben
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Newsletter im Archiv
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Umfrage zum Stand der Mediation in Deutschland

Zwei Drittel der Mediatoren führen im Jahr weniger als fünf Mediationen durch, ein Siebtel gar keine. Mediation wird zumeist als Nebentätigkeit ausgeführt, etwa ein Viertel aller Mediatoren ist zusätzlich in der Mediationsaus- und weiterbildung tätig. Drei von fünf sind über die geringe Bekanntheit der Mediation in der Öffentlichkeit unzufrieden. Etwa die Hälfte aller Mediationen wurde innerhalb von Organisationen durchgeführt. Dies sind die wesentlichen Erkenntnisse aus einer Befragung, die das Deutsche Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung im Auftrag der Bundesregierung für einen Evaluationsbericht zum Stand der Mediation in unserem Nachbarland zusammengetragen hat. Aufhorchen lässt auch die grosse Bandbreite der Schätzungen zur Zahl ausgebildeter Mediatoren: Sie reicht in Deutschland von nur 7500 auf bis zu 70.000. Justizministers Heiko Maas bilanziert vorsichtigt: «Die Studie zeigt: Mediation wird in Deutschland in ganz unterschiedlichen Bereichen erfolgreich als Mittel der Konfliktbeilegung eingesetzt. Deutlich wird aber auch, dass das Potential der Mediation noch nicht ausgeschöpft ist.» Die Zahl durchgeführter Mediationen beträgt danach nur zwischen 7000 und 8500 im Jahr. Mehr zu den Resultaten der Umfrage hier...

Und an dieser Stelle auch gleich zu den Resultaten einer ähnlichen Umfrage unter Mediatorinnen und Mediatoren in der Schweiz aus dem Jahr 2016...

Eigen-Marketing: Wie verkaufe ich mich selbst?

Mediatoren stehen immer wieder vor der Frage, wie sie sich und ihre Leistung erfolgreich vermarkten können. Man muss als Mediator, Unternehmer und Verkäufer zugleich agieren. Die aussergerichtliche Konfliktlösung geniesst noch nicht die ihr gebührende Anerkennung, zugleich ist der Markt unübersichtlich und das Feld der Mitbewerber gross. Bernhard Kuntz, Berater für Marketing, erklärt in einem Interviw,,was zu tun ist...

Gerichtsurteil: Mediator und Anwalt nicht im gleichen Büro

Ein ebenso kurioses wie befremdliches Urteil erging kürzlich am 1. Senat des Anwaltsgerichtshofs im deutschen Celle: Ein Rechtsanwalt hatte seine Zulassung zurückgegeben, weil er nur noch als Mediator arbeiten wollte, verblieb aber in einer Bürogemeinschaft mit seinen Kanzleikollegen. Die Anwaltskammer untersagte dies, weil Anwälte gemäss Bundesrechtsanwaltsordnung zwar mit Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern und vereidigten Buchprüfern ihren Beruf gemeinschaftlich ausüben dürfen, nicht aber mit «nichtanwaltlichen Mediatoren». Dagegen klagte der Mediator - in erster Instanz vergeblich. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Mehr zu dem Fall im Fachmagazin «Die Mediation»... 

Mediation im Tierschutz: Bund ohne Übersicht

Im Kanton Thurgau behielt ein Pferdehändler jahrelang seinen Hof – trotz gravierender Missstände. Das wirft auch ein Schlaglicht auf die schwache Aufsicht des Bundes über die kantonalen Kontrollen. Während die Kantone Strafverfahren im Zusammenhang mit dem Tierschutzgesetz nach Bern melden, weiss die Aufsicht wenig darüber, wie oft die Kantone zum Beispiel Mediatoren einsetzen oder Verwaltungsmassnahmen anordnen. Die Kantone wehren sich dagegen, weitere Daten preiszugeben. Mehr dazu in einem Bericht der Luzerner Zeitung...

Rolle von Frauen in der Friedensmediation stärken

Während Frauen in der täglichen Mediationsarbeit mit «gewöhnlichen» Klienten sehr erfolgreich tätig sind, haben sie auf diplomatischer Ebene und in der Friedensmediation ein eher schwaches Profil. Das Feld wird von grauhaarigen Politikern dominiert. Die Mediatorin Catherine Turner sagt, es sei Zeit, endlich die Bedeutung von Frauen auch in diesem Bereich der Mediation zu würdigen und die Akteurinnen in ihrerm Wirken zu stärken. Ihr Beitrag «Time to Celebrate the Unsung Women Heroes of Peace Mediation» (in englischer Sprache) ist lesenswert...

Zielkonflikt: Wenn die Uhr läuft

Kurse zu Zeitmanagement und beruflicher Optimierung haben Hochkonjunktur. Meist dienen sie dazu, «Zeitfresser» ausfindig zu machen. Das führt zu Zielkonflikten - auch in der Mediation. Immer weniger sind wir bereit, uns für die Konfliktklärung genügend Zeit zu nehmen. Die Konfliktlösung folgt (zeit-)ökonomischen Kriterien. Ein Paradoxon, das nur schwer zu lösen ist. mehr dazu in einem Beitrag der Fachzeitschrift Die Mediation... 

Krise um Katar ein wenig entschärft

Mit eifriger Diplomatie und Koffern voller Geld hat sich das Emirat Katar, das reichste Land der Welt, in vielen Konflikten als Mediator hervorgetan: in Mauretanien, im Jemen, in Somalia, im Libanon und in Palästina. Doch seit Anfang Juni ist Katar selbst in einem Konflikt gefangen und von seinen Nachbarstaaten isoliert. Die einzige Landgrenze der Halbinsel zu Saudi-Arabien ist geschlossen. Vergeblich hatte sich die Türkei noch als Mediator angeboten. Kurz vor Beginn des muslimischen Pilgermonats Hadsch hat nun Saudi-Arabiens König Salman einen Anlass gefunden, die Krise mit Katar zu entschärfen und trotzdem sein Gesicht zu wahren. Mehr zur Entwicklung im mittleren Osten...  

Weiterbildung & Veranstaltungen


Coaching und Prozessbegleitung, mit Hans-Georg Huber, am 4. September 2017, 
18.30 Uhr, Au Premier im HB Zürich, Saal Les Trouvailles. Einladung, Anmeldung und Details...

Debriefing und Kickoff für 
Tag der Mediation 2018: Die Projektgruppe Tag der Mediation im SDM lädt ein, am Mittwoch, 25. Oktober 2017, von 10.30h – 12.00h an der ZHAW in Zürich, Toni-Areal, Pflingstweidstrasse 96, Raum ZT6.D21. Bitte in Doodle-Umfrage eintragen... 

Eigene Wahrnehmung in Konfliktsituationen, mit Beatrice Burgener, am 14. November 2017, 18.30 Uhr, Wirtschaft Neumarkt in Zürich. Einladung und Details hierzu folgen. 

World Mediation Organization Symposium 2017  Thema «Integrated Mediation and Conflict Studies of International Interest», vom 17. bis zum 19. Oktober 2017 in Berlin. Referentenliste und Tickets...

Weiterbildungen an der Fachhochschule Nordwestschweiz
 in Brugg-Windisch. Details und Kontakt: www.fhnw.ch 

Weitere Angebote diverser Veranstalter im Überblick bei www.swiss-mediators.org


In eigener Sache: Mitglieder werben

Immer wieder erreicht uns die Frage, was die Mitgliedschaft im Mediationsforum ausmacht, welche Voraussetzungen nötig sind und was es kostet. Wir haben ein kleines Argumentarium zusammengestellt, in dem die wichtigsten Gründe für eine Teilnahme in unserem Verein aufgeführt sind. Die Liste eignet sich auch für die Mitgliederwerbung, also bitte darauf hinweisen, wenn es im Bekanntenkreis Anfragen und Interesse gibt. Vielen Dank. Hier steht alles Wichtige dazu...: 

Newsletter im Archiv

Die Sammlung der vom Mediationsforum monatlich versandten Newsletter findet sich hier...
Der neuste SDM-Newsletter (Ausgabe Juni 2017) lässt sich hier abrufen...
Hinweis: Der Newsletter des SDM sollte jeweils automatisch auch an die Mitglieder des Mediationsforums versendet werden. Wer keinen erhält, sende bitte eine kurze Notiz an info@mediationsforum.ch