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Botschafterin der Mediation – ein Porträt der SDM-Präsidentin Andrea Staubli

Seit letztem Mai ist die Aargauer Mediatorin Andrea Staubli Präsidentin des Schweizerischen Dachverbandes für Mediation (SDM). Im Hauptberuf ist die Juristin, die auch Mitglied des Mediationsforums ist, Gerichtspräsidentin Bezirksgericht Baden (seit 1996). Ferner engagiert sie sich als Vizepräsidentin in der Schweizerischen Richtervereinigung für Mediation und Schlichtung GEMME-CH sowie mittels diverser Lehraufträge im Bereich Mediation und Konfliktmanagement in der Aus- und Weiterbildung. 

Mit Andrea Staubli steht eine qualitätsorientierte Person an der Spitze des SDM. Sie setzt sich dafür ein, dass Mediation in allen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen bekannt und etabliert ist, um damit einen entscheidenden Beitrag zu einer konstruktiven und kooperativen Streitkultur in der Schweiz zu leisten. «Nach wie vor ist Mediation in weiten Teilen der Gesellschaft zu wenig bekannt. Es ist ein Anliegen des Dachverbandes, das Wesen und die Vorzüge der Mediation nicht nur im Bereich von Scheidungen und Trennungen, sondern z.B. auch im öffentlichen Bereich oder einem wirtschaftlich orientierten Umfeld bekannter zu machen», betont Staubli. Sie wünscht sich eine weitere Professionalisierung und Implementierung der Mediation in der Schweiz.

Zu den Qualitäten der Mediation gehört neben der selbstbestimmten Konfliktklärung insbesondere die Vertraulichkeit. Deshalb hören und sehen oft weder Arbeitskollegen oder Nachbarn noch Gerichte oder Medien, wie aus Konflikten Lösungen werden. Und darum weiss die Öffentlichkeit nicht viel über die Praxis der Mediation. Doch MediatorInnen wirken täglich bei kleineren und grösseren Wundern mit, sie unterstützen die Realisierung konsensorientierter Dialoge und tragfähiger und gewinnbringender Lösungen in den unterschiedlichsten Kontexten. 

Bei diesem Kompetenzportfolio sind Qualitätssicherung in Aus- und Weiterbildung dieser Fachpersonen sowie ethische Leitlinien für diese Tätigkeit von zentraler Bedeutung. Der Schweizerische Dachverband für Mediation nimmt diese wichtigen Aufgaben seit über 13 Jahren wahr. Heute gibt es bereits 600 SDM-zertifizierte MediatorInnen in der Schweiz, die die entsprechenden Standards erfüllen. 

Die Mediation findet seit 2007 im Jugendstrafrecht und seit 2011 auch Eingang in der Schweizerischen Zivilprozessordnung. Weitgehend unbekannt ist bisher, dass Mediation und die Arbeit mit mediativen Elementen sich ebenso  ausserhalb eines Gerichtsverfahrens für jedwelche Verhandlungen, Rollenklärungen, schwierigen Gespräche und im Bereich der Eskalationsprophylaxe eignen. «Konflikte gehören zum Alltag. Als Richterin und Mediatorin weiss ich, wie wichtig es ist, dass Konfliktparteien den für sie richtigen Weg zu nachhaltigen Lösungen finden», sagt Andrea Staubli. Neben einer gerichtlichen Auseinandersetzung ist für sie die Mediation eine Möglichkeit, eigenverantwortlich zu tragfähigen Vereinbarungen zu kommen.

 

Kontakt: andrea.staubli@bluewin.ch

02.12.2013