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Farbe in Räumen erhöht Wohlbefinden bei Mediationen

Ein Gastbeitrag von Martin Tanner

Mediantinnen und Medianten sind oft durch die Schwierigkeiten und Zerwürfnisse, die sie miteinander haben, mehr oder weniger belastet. Sie befinden sich unter Umständen in einem nicht ausgeglichenen körperlichen, seelischen und geistigen Zustand. Mediationspersonen versuchen diesem Zustand entgegen zu wirken, indem sie versuchen selber einen möglichst entspannten Ort zu schaffen, wo sich Mediantinnen und Medianten wohl, sicher und entspannt fühlen können.

 

Wände der Besprechungsräume sind bei den meisten Mediationspersonen überwiegend weiss gestrichen. Zudem sind die Wände oft mit kleinflächigen, farbigen Bildern behängt und der Raum mit zweckmässigen Möbeln ausgestattet. Bei dieser Art der Raumdekoration präsentieren sich die Wände, als grösste Fläche im Raum, immer noch überwiegend in Weiss. Ein harmonisches Raumwohlbefinden wird damit nicht erzeugt. Hingegen, wenn alle Wandflächen mit Farbe versehen sind, entsteht Raumwohlbefinden. Die Wände bestimmen weitgehend das Ambiente im Raum und nicht, wie fälschlicherweise immer behauptet wird, die Akzente.

Zudem assoziieren die meisten Menschen grosse weisse Wandflächen mit einer eher kalten eintönigen und wenig inspirierenden Raumatmosphäre, wie Untersuchungen belegen.

 

Obwohl die meisten Mediationspersonen wenig qualifiziertes Wissen über die Wirkung der Farben auf den Menschen und im Raum haben, holen sich die wenigsten professionelle Hilfe zu diesem Thema.

 

Wohlbefinden für die Mediationsperson

Nicht alle Mediationspersonen verfügen über einen separaten Raum für Büroarbeiten. So dient der Besprechungsraum oft auch für administrative Arbeiten. Da ein wohltuendes Ambiente sich auf die Befindlichkeit auswirkt, kann dies spürbare Auswirkungen auf die Qualität der unterschiedlichen Tätigkeiten haben. Wie wichtig es ist, die Bedürfnisse der künftigen Nutzer zu erheben, zeigt sich auch bei der Gestaltung von Mediationsräumen. Fühlen sich Mediantinnen, Medianten und die Mediationsperson im Besprechungsraum wohl, ist es wahrscheinlich, dass bessere und raschere Gesprächserfolge erzielt werden können.

Eine nutzerorientierte und Evidenz basierte Farb- und Materialgestaltung, die auch der Lichtführung die nötige Aufmerksamkeit schenkt, wirkt sich positiv auf das Gesprächsklima aus, fördert die Konzentration und verlängert die Aufmerksamkeitsspanne. Auch Mediationspersonen sollen und wollen sich in ihren Räumen wohlfühlen können. Es ist somit nicht verkehrt, wenn sie zukünftig dem Raumwohlbefinden vermehrt Beachtung schenken und professionelle Farbdesigner zu Rate ziehen.

 

Der Mensch im Zentrum der Gestaltung

Bei jeder Gestaltung sollte der Mensch mit seinen Bedürfnissen im Mittelpunkt stehen. Er orientiert sich nebst anderen Sinneseindrücken wesentlich anhand optischer Informationen. Farbe hat somit einen entscheidenden Einfluss bei der Deutung der Umwelt und auch beim Zusammenwirken mit ihr.

Farbe löst körperliche Vorgänge aus

Jedem Farbreiz, den wir von aussen aufnehmen, entspricht eine subjektive Reaktion in unserer Innenwelt. So nimmt Farbe Einfluss auf die kortikale Aktivierung (Hirnstromwellen), auf die Funktionen des vegetativen Nervensystems und auf hormonelle Aktivitäten im Körper. Unser ganzer Organismus wird durch die Wirkung der Farben beeinflusst. Sie verändert körperliche Vorgänge durch psycho-physiologische und neuro-psychologische Einflüsse.

 

Deshalb sollte unbedingt der Gestaltung von Raumumgebungen, wo Mediationsgespräche stattfinden, besondere Beachtung geschenkt werden. Bei anderen Settings, wie Bildungsstätten, Arbeitsstätten, Alters- und Pflegeheime, Privatwohnungen usw. gilt dies natürlich genauso.

 

Reize korrekt setzen

Eine gute Gestaltung ist weder reizarm (monoton) noch überladen mit Reizen (überspannt), sondern sie liegt dazwischen. Beide Extrempole können sowohl physische als auch psychische Veränderungen im Menschen hervorrufen.

Weiss, Grau und Schwarz werden in der Raumgestaltung als neutrale Farbtöne bezeichnet. Bei grossflächiger Anwendung dieser unbunten Farben stellte man negative psycho-physiologische Auswirkung in Menschen fest. Auch intensiv farbige und komplexe Muster insbesondere bei grossen Wandflächen können zu Überstimulation führen.

Das Zusammenspiel von Material und Farbe

Material und Farbe sind neben Licht und der architektonischen Form die entscheidenden visuellen Einflussgrössen der Raumwahrnehmung und des Raumerlebnisses. Sie haben Ansprüche der Ergonomie, der Optik, der Ästhetik, des Ausgleichs von körperlichen Behinderungen und des Gebrauchs zu erfüllen.

 

Beitrag zu Gesundheit und Raumklima

Bei der Wahl von Farben und Materialien ist deren Verträglichkeit für Mensch und Umwelt zu prüfen und zu beachten. Materialqualitäten sollen das Raumklima und auch das Befinden des Menschen im Raum günstig beeinflussen.

 

Methodik professioneller Farbgestaltung bei Innenräumen

Eine Farb- und Materialberatung beginnt mit Grundlagenermittlungen. Dies beinhaltet die Definition der Aufgabenstellung, die Besprechung mit den Auftraggebern, die Aufnahme zuvor getroffener Designentscheidungen und eine Bestandesaufnahme der zu gestaltenden Räumlichkeiten.

 

Weiter sind die Raumfunktion und Nutzerbedürfnisse zu analysieren, die Vorstellung des Raumambiente, das bestehende und neuhinzukommende Mobiliar, Fragen zur zukünftigen Raumatmosphäre, die Oberflächen- und Farbpräferenzen usw. mit den Auftraggebern abzuklären.

 

Profile zur Bewertung von Raumanmutungen kommen für Ist-und Soll-Analysen bei der Befragung der Kunden zum Einsatz. Kunden sowie Raumnutzer können diese Anmutungs-/Akzeptanzprofile selbstverständlich auch selbst ausfüllen.

 

Mit der Fülle der zusammengetragenen Informationen und den Analyseergebnissen, erstellt der Farbberater/-designer das Farb- und Materialkonzept für die vorgesehenen Räumlichkeiten. Nach Vollendung des Konzepts wird es zur Klärung endgültiger Gestaltungsentscheidungen und Abnahme des Entwurfs den verantwortlichen Entscheidungsträgern und der Nutzerschaft präsentiert.

 

Zusammenfassend ist zur Vorgehensweise eines Gestaltungskonzepts zu sagen, dass eine gelungene Raumgestaltung – sei es in Innen- oder Aussenräumen –stets die Bedürfnisse der Nutzer mit den Vorstellungen von Fachplanern und Entscheidungsträgern in Einklang zu bringen ist. Den Ausgangspunkt des Planungsprozesses bilden aber immer die Bedürfnisse der künftigen Nutzer.

 

Umsetzung des Farb- und Materialkonzepts

Nach der Abnahme des Konzeptentwurfs beginnt dessen Umsetzung. Das Auftragen von Farbe und Materialien erfolgt bei nicht gemieteten Räumlichkeiten normalerweise direkt auf Wände, Decken und andere Bauteile.

 

Die üblicherweise in Weiss gehaltenen Mieträumlichkeiten, wie Wohnungen, Büros oder Gewerberäume, werden sehr selten farbig gestaltet, da sie bei Wegzug wieder Weiss zurückgestrichen werden müssen. Die daraus entstehenden Kosten scheuen die Mieter in den meisten Fällen. So bleiben über Jahre oder sogar Jahrzehnte die gemieteten Räume weiss.

 

Um die Kosten des An- und Umstreichens zu verringern, können Mieter nun erstmalig auf das, von Martin Tanner entwickelte System „Ambience mobile“ ausweichen. Mit diesem innovativen mobilen Gestaltungssystem, haben die Mieter die Möglichkeit ein Farb- und Materialkonzept mittels farbigen Gewebebahnen oder Leichtbauplatten grossflächig die Wände ihrer Mieträumlichkeiten gestalten zu lassen. Beim Auszug der alten Mieträumlichkeiten können diese flexiblen Untergründe, wie Bilder, abgehängt und in neuen Mieträumen wieder verteilt und aufgehängt werden.

 

mlt/18/04/16

 

Martin Tanner Farbberatung + Design, Mattenstr. 16, 6330 Cham

www.tanner-farbberatung.ch

18.04.2016